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Höfesterben innerhalb der EU: Daten und Fakten

Bäuerliche Familienbetriebe geraten gegenüber der wachsenden Anzahl industrieller Großbetriebe immer mehr unter Druck – das daraus resultierende Höfesterben ist seit Jahren ein politisches Dauerthema.

Alleine in den vergangenen sieben Jahren haben 19.000 landwirtschaftliche Betriebe in Österreich aufgegeben (Stand 2019). So stehen Familienbetriebe immer wieder vor der Herausforderung, zu wachsen oder zu weichen. Ein Blick auf aktuelle Zahlen zeigt folgendes Bild:

  • Die Höfe werden immer größer.
  • Die landwirtschaftliche Nutzfläche bleibt hingegen fast unverändert.
  • Kleinere Betriebe haben es schwer, gegen die Großbetriebe konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Politik ist daher aufgefordert, den Fortbestand bäuerlicher Familienbetriebe zu gewährleisten. Deshalb müssen Maßnahmen gesetzt werden, von denen kleine Betriebe profitieren – etwa eine Umverteilung von Agrarsubventionen.

Höfesterben EU-weit: 400.000 Bauernhöfe pro Jahr, 1.000 pro Tag

Janusz Wojciechowski hat vor seinem Antritt als EU-Agrarkommissar auf die massiven Probleme des Höfesterbens aufmerksam gemacht. Seinen Angaben zufolge gaben innerhalb eines Jahrzehntes, von 2005 bis 2015, rund 4 Millionen landwirtschaftliche Betriebe in der EU auf. 2005 waren es knapp 15 Millionen Höfe, zehn Jahre später weniger als 11 Millionen. Wojciechowski dazu: „Wir haben 400.000 Bauernhöfe pro Jahr verloren, mehr als 30.000 pro Monat und mehr als 1.000 pro Tag.“

Die Daten des Statistikamtes Eurostat zeigen zudem: Während die Anzahl der Betriebe innerhalb der Europäischen Union sinkt, verändert sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche hingegen kaum. Die Folge ist ein deutlicher Konzentrationsprozess.

Broschüre der Landwirtschaftskammer zeigt historisches Ausmaß des Höfesterbens

Den enormen Strukturwandel belegen auch Zahlen aus Österreich: Im Jahr 1970 gab es noch 368.000 Betriebe mit knapp 800.000 Arbeitskräften, 2016 waren es nur mehr 162.000 Höfe mit 405.000 Jobs. Anders ausgedrückt: In den vergangenen fünf Jahrzehnten gaben mehr als die Hälfte aller landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich auf.

Weiterführende Informationen:

Alexander Neunherz