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Prognose: Wo und wie wächst Österreich? | Teil 2

Rund zehn Millionen Menschen werden im Jahr 2080 in Österreich leben, besonders starke Bevölkerungszuwächse verzeichnen dabei die östlichen Bundesländer. Ein Blick auf 122 Prognoseregionen zeigt dabei aber auch regionale Disparitäten.

In Österreich lässt sich ein allgemeiner Trend feststellen: Zentralräume wachsen, ländliche Regionen sind hingegen mit Bevölkerungsrückgängen konfrontiert. Im ländlichen Raum gibt es allerdings – abhängig vom Standort – große Entwicklungsunterschiede, wie die ÖROK am folgenden Beispiel deutlich macht: „Das künftige Bevölkerungswachstum Niederösterreichs fällt nahezu in konzentrischen Kreisen rund um die Bundeshauptstadt Wien aus.“

Umgekehrt sind periphere Regionen häufig von negativen Bevölkerungsentwicklungen betroffen – wie etwa in der Obersteiermark, im nördlichen Waldviertel oder in weiten Teilen Kärntens (abseits des Zentralraumes Klagenfurt-Villach). Dabei kommt es zur Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen, die nach ihrem Studium nicht mehr nach Hause zurückkehren. Diese Entwicklung wird durch den demografischen Wandel weiter verschärft – Investitionsrückgänge und Infrastrukturabbau sind die Folge. Der entstehenden Abwärtsspirale ist nur schwer zu entkommen.

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Dies wird umso deutlicher, wenn man sich die Prognosen für die jüngste Alterskohorte im ländlichen Raum vor Augen führt. So sinkt beispielsweise die Zahl der unter 20-Jährigen im Bezirk Spittal an der Drau bis 2030 um 18,4 Prozent, im Bezirk Lienz sind es sogar 19,7 Prozent. Die gegenteilige Entwicklung ist hingegen in den österreichischen Zentralräumen festzustellen.

Dies führt letztendlich zu einem differenzierten Blick auf die einzelnen Bundesländer: Niederösterreich und Burgenland gehören in Summe zwar zu den Wachstumsgewinnern, allerdings können sich dort nicht alle Regionen über einen Bevölkerungszuwachs freuen – genannt seien beispielsweise die Bezirke des nördlichen Waldviertels. Dies gilt auch in etwas abgeschwächter Form für das Südburgenland, genauer gesagt für die drei Bezirke Oberwart, Güssing und Jennersdorf.

Alexander Neunherz


Factbox: Die Statistik Austria verfügt bereits über aussagekräftige Regionalprognosen für das Jahr 2080, die ein ähnliches Stadt-Land-Gefälle aufweisen.

Bezirke/Regionen, die bis 2080 besonders stark wachsen bzw. schrumpfen werden:

  • Schwechat: +34 Prozent
  • Innsbruck Stadt: + 33 Prozent
  • Graz: +30 Prozent
  • Wiener Neustadt: + 30 Prozent
  • Gänserndorf: +30 Prozent
  • Murau: -24 Prozent
  • Hermagor: -20 Prozent
  • Spittal an der Drau: -18 Prozent
  • Tamsweg: -17 Prozent
  • Wolfsberg: -17 Prozent